Was kostet ein Architekt?
Wie sich mein Honorar zusammensetzt, was drin ist und was nicht. Ohne Kleingedrucktes.
Die Frage kommt in fast jedem Erstgespräch, und sie ist berechtigt. Hier die Antwort, so konkret, wie sie ohne Kenntnis deines Projekts sein kann. Ich bin Patrick Gerber, Architekt und Ziviltechniker, mit Studio in Wien und Standort in Desselbrunn, Oberösterreich.
Das Architektenhonorar ist in Österreich branchenüblich ein Prozentsatz der Nettobaukosten. Für die komplette Begleitung, vom Entwurf bis zur Bauaufsicht, liegt es erfahrungsgemäß bei rund zehn bis fünfzehn Prozent, bis zur fertigen Einreichung bei etwa einem Drittel davon. Ob Neubau, Umbau oder Anbau: Der Aufwand entscheidet, nicht ein Tarif.
Einen fixen Preis pro Stunde gibt es nicht; kleinere Leistungen wie eine Beratung rechne ich nach Stundensatz oder pauschal ab, individuell vereinbart. Das Erstgespräch ist kostenlos. Alles Weitere, mit Rechenbeispiel, steht unten.
Es gibt keinen fixen Tarif
Ziviltechniker sind in Österreich frei in ihrer Honorargestaltung. Zwei Modelle geben trotzdem den Rahmen vor, und beide sind heute nur noch Orientierung, kein Tarif:
Honorarordnung für Architekten
Sie galt bis Ende 2006 und ist bis heute das Modell, mit dem viele Büros rechnen, weil sie einfach und klar ist. Auch ich orientiere mich daran.
Leistungs- und Vergütungsmodelle der Kammer
Die aktuelle Empfehlung der Ziviltechnikerkammer, etwas feiner aufgeschlüsselt, im Ergebnis aber in einer ähnlichen Größenordnung.
Beide beschreiben dasselbe Prinzip: Das Honorar ist ein Prozentsatz der Baukosten, verteilt auf Leistungsphasen. Das ist die gemeinsame Sprache, in der du mein Angebot lesen kannst.
Das Honorar ist ein Prozentsatz der Baukosten
Das ist der Rahmen, den die Branche in der Regel verwendet, und an dem auch ich mich orientiere. Wie andere Büros im Einzelnen kalkulieren, kann ich nicht sagen. Die Logik ist einfach: Je größer und komplexer das Bauvorhaben, desto mehr Planungsarbeit steckt drin. Deshalb bemisst sich das Honorar üblicherweise an den Nettobaukosten, also an dem, was das Gebäude selbst kostet, ohne Umsatzsteuer. Grundstück, Gebühren, Einrichtung und das Honorar selbst zählen nicht dazu. Auch das Honorar ist ein Nettobetrag; Umsatzsteuer kommt dazu, soweit sie anfällt.
Für die komplette Begleitung, vom ersten Gespräch bis zur Bauaufsicht, liegt das Honorar erfahrungsgemäß, und so nennen es auch gängige Bauportale, in der Größenordnung von rund zehn bis fünfzehn Prozent der Nettobaukosten. Wo genau, hängt von der Aufgabe ab: Ein Umbau oder eine Sanierung im Bestand ist aufwendiger als ein Neubau auf der grünen Wiese, ein Haus mit vielen Sonderwünschen aufwendiger als ein klares Volumen.
Aufgeteilt nach Leistungsphasen
Das Gesamthonorar verteilt sich auf Phasen. So gewichten die beiden Modelle die Planungsleistung, gerundet:
| Leistungsphase | HOA | LM.VM* |
|---|---|---|
| VorentwurfLM.VM inkl. Grundlagen | 13 % | ca. 17 % |
| Entwurf | 17 % | ca. 23 % |
| Einreichung | 10 % | ca. 6 % |
| Ausführungsplanung | 33 % | ca. 39 % |
| Kostenermittlung, Ausschreibung | 12 % | ca. 9 % |
| Oberleitung, Begleitung der Bauausführung | 15 % | ca. 6 % |
*Beide Spalten ohne örtliche Bauaufsicht. Die LM.VM setzt sie mit rund einem Drittel des Gesamthonorars an; hier ist sie herausgerechnet, damit die Modelle vergleichbar sind. In der HOA ist sie eine eigene Leistung.
Quellen: HOA (Honorarordnung für Architekten, § 11) · LM.VM (Leistungs- und Vergütungsmodelle der Bundeskammer der Ziviltechniker:innen)
Das heißt: Bis zur fertigen Einreichung sind rund 40 bis 45 Prozent des Planungshonorars fällig; rechnet man die örtliche Bauaufsicht dazu, sind es rund 30 bis 40 Prozent des Gesamthonorars. Der größere Teil steckt in der Ausführung, dort, wo aus dem Plan ein Haus wird.
Was die Prozente in Euro bedeuten
Damit die Prozente greifbar werden, ein Beispiel mit runden Zahlen: Kosten für das Haus selbst beispielsweise 800.000 Euro. Bei zehn bis fünfzehn Prozent wären das 80.000 bis 120.000 Euro Planungshonorar für alles, vom ersten Strich bis zur Bauaufsicht. Bis zur Einreichung entfallen davon je nach Modell 30 bis 40 Prozent, also grob 24.000 bis 48.000 Euro.
Wo dein Projekt in dieser Spanne liegt, entscheidet die Aufgabe: Ein Umbau im Bestand oder ein Haus mit vielen Sonderwünschen liegt eher oben, ein klares Volumen auf der grünen Wiese eher unten.
Beispielwerte zur Veranschaulichung! Kein Angebot!
Für private Bauherren gelten die Beträge inklusive Umsatzsteuer. Dein Honorar ergibt sich aus Aufgabe und vereinbarten Leistungen und kann bei Umbauten im Bestand auch darüber liegen.
Du entscheidest, wie weit ich dich begleite
Du musst nicht alles aus einer Hand nehmen. Vier typische Wege:
Vorentwurf und Entwurf
Ich entwickle mit dir die Idee bis zum fertigen Entwurf. Damit gehst du zu deiner Baufirma, die einreicht und baut.
Vorentwurf, Entwurf und Einreichung
Der häufigste Fall beim Einfamilienhaus: Ich plane und reiche als Ziviltechniker bei der Gemeinde ein, die Baufirma übernimmt danach die Ausführung.
Komplett, über die Einreichung hinaus
Ausführungsplanung, Ausschreibung und Bauaufsicht dazu, vom ersten Gespräch bis zur Schlüsselübergabe.
Es gibt schon einen Entwurf
Von der Baufirma, vom Fertighausanbieter oder aus einem früheren Anlauf. Wir schauen ihn gemeinsam an und überarbeiten, was nicht passt: Grundriss, Volumen, Ausrichtung am Grundstück. Oft ist das der günstigste Weg zu einem deutlich besseren Haus.
Erstgespräch kostenlos
Per Videocall oder vor Ort. Danach bekommst du ein Angebot mit klar benannten Leistungen und einem Honorar, das du verstehst. Keine Überraschungen, weder am Anfang noch am Ende.
+43 676 5507899office@archgerber.at
Studio Wien: Laimgrubengasse 3/15, 1060 Wien
Standort Oberösterreich: Bubenland 10, 4693 Desselbrunn
Architekt in Wien · Architekt in Oberösterreich
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Was kostet ein Einfamilienhaus?
Die Frage, die fast immer kommt, und die schwierigste: Es hängt davon ab. Von Grundstück und Keller, von Bauweise und Haustechnik, vor allem von den Ausführungsdetails: Fenster, Fassade, Böden, Bad, Dach. Zwei Häuser mit demselben Grundriss können sich um ein Drittel unterscheiden. Eine Zahl zu nennen, ohne das Projekt zu kennen, wäre unseriös.
Was ich dir sagen kann: Im Internet findest du Quadratmeterpreise schon ab rund 3.000 Euro, meist auf Bauportalen und fürs schlüsselfertige Haus allein, ohne Grundstück, Keller, Außenanlagen, Planung, Anschlüsse und Gebühren. Rechnet man alles zusammen, was am Ende auf den Rechnungen steht, können die Kosten für ein individuell geplantes Haus erfahrungsgemäß je nach Materialqualität und Ausbaustandard schon mal bei 5.000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche und mehr liegen! Natürlich geht es auch günstiger, es kommt aber nun mal auf die Details und gewünschten Standards an. Deshalb ist es so schwer, pauschal eine Zahl zu nennen.
Und Bauen ist deutlich teurer geworden: Seit 2020 sind die Baukosten im Wohnbau laut Statistik Austria um gut ein Drittel gestiegen, mit dem größten Sprung 2021 und 2022 (Holz, Stahl, Ziegel, Dämmstoffe, Energie), und 2026 legen sie wieder um rund fünf Prozent zu (Stand September 2026). Die größten Hebel sind dabei nicht die Fliesen, sondern Volumen, Form und Keller. Genau da setzt Planung an: Ein guter Entwurf spart mehr, als er kostet.
Warum überhaupt einen Architekten nehmen?
Weil ein Architekt auf deine Bedürfnisse eingeht und auch unkonventionelle Lösungen findet. Durch geschickte Planung lassen sich oft Quadratmeter sparen, was wiederum die Bausumme reduziert. Ein richtig guter Architekt hilft dir also, ein besseres Haus für weniger Geld zu bekommen.
Beispiel aus der Praxis: Am Anfang stand eine Frage. Was macht diese Familie den ganzen Tag eigentlich? Wann wird gekocht, wo werden Hausaufgaben gemacht, wer braucht Ruhe, wer will Musik hören, wo steht der Hometrainer? Die Antwort wurde zum Grundriss.
Bei Haus ART, einem Einfamilienhaus am Teich in Oberösterreich, wurde daraus ein Zentrum aus Wohnen, Kochen und Essen, und darum herum Bereiche zum Chillen, für Medien, Arbeit und Sport. Alle in Sicht- und Rufkontakt, und trotzdem kann sich jeder zurückziehen. Kein Quadratmeter für Gänge, jeder Raum hat eine Aufgabe. Genau so entstehen Häuser, die zur Familie passen und nicht zum Katalog.
Was Bauherr:innen mich zum Geld fragen
Was kostet ein Einreichplan?
Das hängt von Größe und Komplexität ab, und davon, ob ein Entwurf schon vorliegt. Der Einreichplan ist im Phasenmodell ein kleiner Anteil, setzt aber Vorentwurf und Entwurf voraus. Nach einem Gespräch sage ich dir eine Zahl.
Was kostet ein Architekt beim Umbau, Anbau oder bei der Sanierung?
Dieselbe Logik wie beim Neubau: ein Prozentsatz der Baukosten des Umbaus, verteilt auf Leistungsphasen. Weil im Bestand mehr zu klären ist, von der Bestandsaufnahme bis zur Statik des Vorhandenen, liegt der Aufwand meist am oberen Ende der Spanne. Dafür sind die Baukosten beim Umbau oft niedriger als beim Neubau. Wie so ein Umbau aussehen kann, zeigt Haus WODO, ein Bauernhaus in Oberösterreich.
Ist das Erstgespräch wirklich kostenlos?
Ja. Grundstück, Vorstellungen, Budget: Das erste Gespräch ist zum Kennenlernen, nicht zum Verrechnen.
Was kostet ein Architekt pro Stunde? Kann man den Stundensatz nachlesen?
Nein. Weder die HOA noch die LM.VM nennen einen Stundensatz. Üblicherweise wird pauschal abgerechnet, als Prozentsatz der Baukosten, so halte ich es auch. Stundensätze gibt es meist nur für kleinere Leistungen wie eine Beratung oder eine Machbarkeitsprüfung. Die rechne ich entweder nach Stundensatz oder pauschal ab, das vereinbaren wir individuell, bevor es losgeht.
Wie viele Stunden stecken bis zur Einreichung drin?
Mehr, als man denkt. Rechnet man das Honorar aus dem Beispiel oben auf Stunden um, kommen für Vorentwurf, Entwurf und Einreichung schnell mehrere hundert Stunden zusammen. Grundlagen klären, Varianten zeichnen, Gespräche mit dir, mit der Gemeinde, mit Statiker und Bauphysiker, dann die Einreichung selbst. Das Honorar bezahlt nicht nur die Idee, sondern auch diese Arbeit.
Meine Baufirma bietet die Planung mit an. Warum dann ein Architekt?
Beides ist möglich, aber nicht dasselbe. Die Baufirma plant, was sie routiniert baut, und das ist oft in Ordnung. Ein Architekt nimmt sich die Zeit, dein Haus neu zu denken: Wie lebt ihr wirklich, was braucht das Grundstück, wo geht das Licht hin? Daraus entsteht die bestmögliche Lösung für euch, nicht die naheliegendste. Oft spart geschickte Planung dabei den einen oder anderen Quadratmeter, und jeder gesparte Quadratmeter senkt die Bausumme. Dazu bekommst du einen Ziviltechniker, der die Einreichung selbst unterschreiben darf und bei der Ausführung auf deiner Seite steht.
Lohnt es sich, das Einfamilienhaus vom Architekten planen zu lassen?
Das Honorar ist ein Bruchteil der Baukosten. Was es bringt: ein Haus, das zum Grundstück und zu dir passt, eine saubere Einreichung, und jemanden, der bei der Ausführung auf deiner Seite steht. Bei einem Haus, in dem du Jahrzehnte wohnst, ist das gut angelegt.
Warum sind die Quadratmeterpreise im Internet so viel niedriger?
Weil sie meist nur das Haus meinen. Grundstück, Keller, Außenanlagen, Anschlüsse, Gebühren und Planung stehen auf eigenen Rechnungen, und Materialqualität und Ausbaustandard entscheiden über den Rest. Wenn du alles zusammenzählst, landest du erfahrungsgemäß bei 5.000 Euro pro Quadratmeter und mehr.
Baumeister oder Ziviltechniker: Wer plant mein Haus?
Beide dürfen in Österreich planen und einreichen, der Unterschied liegt in der Rolle. Der Baumeister plant und baut, oft im selben Haus. Als Ziviltechniker plane ich und vertrete dich, baue aber nicht selbst: Ich bin nur dir verpflichtet, nicht der Baufirma. Für Entwurf, Einreichung und die Kontrolle der Ausführung ist das der unabhängigere Weg. Wer am Ende baut, entscheidest du.
Diese Seite dient der Orientierung und ersetzt kein Angebot. Prozentsätze und Beträge sind Erfahrungswerte und Orientierungswerte der Modelle HOA und LM.VM, gerundet, ohne Gewähr, netto; Umsatzsteuer kommt dazu, soweit sie anfällt. Mein Honorar ergibt sich aus der konkreten Aufgabe. Für andere Büros spreche ich nicht: Ziviltechniker kalkulieren frei. Baukosten-Angaben: öffentliche Quellen (Statistik Austria, Bauportale) und eigene Erfahrung, Stand September 2026.